Wie ein Traum! Emil Orlik in Japan

Am 4. März 1900 begibt sich Emil Orlik (1870–1932) auf die Reise nach Japan. Von Wien über Genua, Neapel, Port Said, Aden, Colombo, Georgetown und Hongkong erreicht er über Yokohama am 25. April Tokio und bezieht im Stadtteil Tsukiji im Hotel Metropol Quartier. Sein zehnmonatiger Aufenthalt wird für ihn zu einem emotionalen Wechselspiel aus Erwartung, Sehnsucht, Heimweh, Verwirrung und Enttäuschung, dem er aber auf seine anpassungsfähige, neugierige und aufgeschlossene Art zu begegnen weiß.

Seine Reiseeindrücke und Erlebnisse schildert er zeitnah in Karten und Briefen an Max Lehrs (1855–1938, zu dieser Zeit Assistent im Kupferstich-Kabinett in Dresden), die in ihrer Unmittelbarkeit noch heute ein sehr lebendiges, sprechendes Bild von seinen persönlichen und künstlerischen Reaktionen auf die neue Umgebung vermitteln.

Die reiche Ausbeute der druckgraphischen Arbeiten aus Japan ist in diesem Katalog zum ersten Mal nahezu vollständig zusammengefasst. Orlik gelang es auf einzigartige Weise, sich in die Kunst und das Denken des Landes einzufühlen.

Autoren

Birgit Ahrens, Dr. phil. ( Jg. 1956). Ausbildung zur Buchhändlerin. Studium der Kunstgeschichte, Neueren Deutschen Literatur und Kommunikationswissenschaften in München. Freiberuflich tätig. Über Orlik ist von ihr erschienen: »Emil Orlik (1870 –1932) und das Theater«. Buch-, Katalog- und Zeitschriftenpublikationen zu Willem Grimm, Emil Orlik, Rosa Schapire, Karl Schmidt-Rottluff. Autorin der Bestandskataloge der Sammlung Kemna, Werkverzeichnis Sybille Leifer, Mitarbeit an der Neubearbeitung des »Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung« von Ernst Rump.

Rüdiger Joppien, Dr. phil. ( Jg. 1946). Studium der Kunstgeschichte in Köln und London. Dissertation über die Szenenbilder des Malers Ph. J.  de Loutherbourg (1740 –1812), Promotion 1972. Forschungsauftrag zum Thema »Bildzeugnisse von Entdeckungsreisen des 18. und 19. Jahrhunderts« (1973– 76). Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunstgewerbemuseum Köln (1977–86), sowie am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, dort Leiter der Abteilung »Jugendstil und Moderne« (1987–2011). Publikationen überwiegend zur Angewandten Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts.

140 Seiten im Format 28,6 x 21,3 cm mit 84 farbigen Abbildungen. Offsetdruck, Fadenheftung mit festem Einband und Schutzumschlag